Projektsteckbrief

Titel Anwendung von Persönlichkeitstypologien in der deutschen Wirtschaft
Auftraggeber Rother & Partner, Karlsruhe
Projektleitung Prof. Dr. Matthias Klimmer
Projektteam Dipl.-Wirt.Ing. (FH) Martina Neef
cand. Wirt.Ing. (FH) C. Buske
cand. Wirt.Ing. (FH) C. Färber
cand. Wirt.Ing. (FH) M. Jezussek
cand. Wirt.Ing. (FH) B. Kögler
cand. Wirt.Ing. (FH) A. Stadler
Projektgegenstand Seit der Antike gibt es Versuche, Menschen zu "typologisieren", um die verschiedenen Persönlichkeiten und Charaktere besser zu verstehen und um mit anderen Menschen besser kommunizieren zu können. Was vielfach als "Menschenkenntnis" bezeichnet wird, wurde im Laufe der Zeit immer mehr verfeinert. Das Ergebnis sind heute eine Vielzahl unterschiedlicher, mehr oder weniger seriöser und wissenschaftlich fundierter Persönlichkeitsmodelle. Diese Modelle finden nicht nur im Privatbereich, sondern seit einigen Jahren auch immer stärker in Unternehmen Verwendung. Dort helfen sie, individuell angepaßte Personal-, Team- oder Organisationsentwicklungsmaßnahmen abzuleiten.

Da bislang Informationen über die Anwendung von Persönlichkeitstypologien in der deutschen Wirtschaft fehlten, galt es herauszufinden

  • wie weit Persönlichkeitsmodelle in der deutschen Wirtschaft bekannt sind,
  • welche Modelle für welche Aufgaben eingesetzt werden,
  • welche praktische Erfahrungen in der Anwendung der Modelle vorliegen und
  • welche Einsatzpotentiale für Persönlichkeitstypologien mittelfristig bestehen.
Erhebungsmethode Standardisierte Telefoninterviews.
Befragt wurden Mitarbeiter der Personalentwicklung sowie Mitarbeiter, die sich mit der Zusammensetzung und Analyse von Teams befassen.
Stichprobe Alle Unternehmen, die im DAX und MDAX notiert sind.
Teilnahmequote: 51,25%
Bearbeitungszeitraum November 2003 – März 2004
Ergebnisse Nahezu jedes zweite der 41 befragten DAX- und MDAX-Unternehmen hat in den letzten drei Jahren Persönlichkeitstypologien eingesetzt. Die Modelle MBTI und DISG kamen dabei mit Abstand am häufigsten zum Einsatz.

Auf Ebene der Führungskräfte setzen Unternehmen Persönlichkeitstypologien vor allem zur Potenzialanalyse und zur Verbesserung des typenorientierten Führungsverhaltens ein. Auf Mitarbeiterebene finden diese Modelle hauptsächlich zur Analyse und Entwicklung von Teams sowie zur individuellen Stärken-/Schwächen-Analyse Verwendung.

Die befragten Großunternehmen bewerten Persönlichkeitstypologien insgesamt als sinnvolles Instrument in der Personalpolitik. Die Bewertung der Methode fällt für Anwendungen im Bereich der Führungskräfteentwicklung deutlich besser aus als im Bereich der Mitarbeiterentwicklung.

Die künftigen Einsatzpotenziale von Persönlichkeitstypologien werden in den befragten Großunternehmen insgesamt positiv bewertet. Die Mehrheit der Unternehmen, die bereits entsprechende Modelle einsetzen, wollen dieses Instrument auch in Zukunft im bisherigen Umfang nutzen. Jedes vierte Unternehmen erwartet aufgrund der vorliegenden Erfahrungen für die nächsten Jahre sogar einen verstärkten Einsatz von Persönlichkeitstypologien.
Weitere Informationen Der ausführliche Bericht zur Studie kann bezogen werden über das Institut für Unternehmensführung.
Publikationen

Klimmer, M./Neef, M.: Einsatz von Persönlichkeitstypologien in der deutschen Wirtschaft, in: Wirtschaftspsychologie aktuell, 3/2005, S. 31ff.
Erstveröffentlichung und Copyright liegt bei Wirtschaftspsychologie aktuell, Zeitschrift für Personal und Management. (Eine Weiterverwendung des Artikels im pdf-Format zu gewerblichen Zwecken ist untersagt.)

Ausgewählte Pressestimmen

Persönlichkeit ist nicht alles
Creditreform, 2/2005

Unbehagen und Skepsis weit verbreitet
Personalführung, 10/2004

MBTI und Co. weit verbreitet
managerSeminare, 9/2004

Sag mir, wie du tickst
Financial Times Deutschland, 6./7.8.2004

Geteiltes Echo auf Psychotests
PERSONALmagazin, 8/2004

Erbsenzähler oder kreativer Kopf?
Rhein-Neckar-Zeitung, 26./27. Juni 2004